Wie Starte ich entspannt in das Thema Wasserkühlung

29.06.2019 22:31

Vorwort:

Eine Wasserkühlung ist kein Allheilmittel für den Budget PC, sondern eine Art Kühl-Hobby mit aufwendigem Design. Dies benötigt immer mehr Geld als eine Luftkühlung und beide sind Preis/Leistungs-technisch nicht auf gleicher Höhe. Für eine Wasserkühlung mit Custom-Design sollte außerdem viel Vorbereitungslust und Zeit mitgebracht werden.

Benötigt werden vor der Anschaffung folgende Informationen;

  • Größe des Gehäuses in Höhe und Tiefe, sowie die Möglichkeiten der Radiatoreninstallation mit der maximalen Tiefe inklusive der 25 mm dicken Lüfter.

  • Welche Komponenten sollen gekühlt werden? Mainboard, Grafikkarte, CPU oder auch die M.2 oder 2,5" SSD?

  • Möchte ich, bei ausreichend großem Gehäuse, einen oder zwei Kreisläufe? ( Empfiehlt sich bei öfterem Tauschen der Grafikkarte, um weiterhin die iGPU der CPU nutzen zu können. )

  • Die Lautstärke einer Wasserkühlung differenziert sich bei der Inbetrachtnahme von dem Takt und der V-Core der CPU und GPU. Somit ist ein System @Stock mit beispielsweise einem 360er und 280er Radiator, leiser als ein System mit 30% OC bei selben Kühlpotential. Es sei den, man nimmt die höheren Temperaturen bei gleicher Lüftergeschwindigkeit (RPM) in kauf.

  • Die Lüfterauswahl: Damit einhergehen auch die Lüfter, welche sich dem Radiator anpassen sollten. Ein Radiator hat entweder dichte FPI oder eben weniger dicht liegende Finns. Sollte der Radiator mit dicht anliegenden Finns genutzt werden, also ein High FPI Radi. Dann nutzen wir Lüfter mit hohem Druck. Andersrum nutzen wir Lüfter mit hohen Luftdurchsatz.

  • Softtubes – Hardtubes: Langjähriger Build oder öfter mal Austoben. Ein Softtubes Build benötigt aufgrund der Weichmacher, welche immer austreten, regelmäßige Reinigungen und Liebe. Dazu zählt auch das Spröde werden von O-Ringen und diversen Schläuchen. Hardtubes sind teurer, nahezu einmalig zu verwenden und benötigen mehr Geschick beim Verlegen. Doch sie sind die einzige richtige Wahl, in Acryl, wenn es um die perfekte Wasserkühlung geht. Builds mit 3-4 Jahren Lebenszeit sind einfach zu erreichen. PETG Tubes sollten nur mit einem Außenmaß von 16 mm genutzt werden. Weil die dürren Seitenwände der schmaleren Tubes öfter mal einknicken können. Dies liegt vor allem an dem niedrigeren Schmelzpunkt des PETG und dem Druck der O-Ringe auf die diversen Enden im Build. Wer risikofrei Kühlen möchte, greift zu Acryl. Wer dennoch Schläuche will, der sollte zu schwarzem Neopren greifen, dort sind am wenigsten Weichmacher drin. farbige und durchsichtige Schläuche sind sehr Wartungsintensiv, da das entweichen des Weichmachers bei der ersten Benutzung sehr oft sehr deutlich zu sehen ist. Immer an genug Tubes oder Schlauch denken.

  • Materialwahl der Radiatoren, Kühler und Fittings beachten. Wir nehmen immer Kupfer für Radiatoren und Kühler. Die Anschlüsse an diversen Radiatoren sind aus Messing (Brass) mit einer Messingkammer, gleiches gilt für die meisten Anschlüsse. Radiatoren mit Aluminium gibt es auch, aber dann hoffentlich nur die Finnen, damit der Kreislauf nicht beeinträchtigt wird.

  • Kühlmittel-Auswahl mit bedacht. Viele Kühlmittel sind vorgemixed und beinhalten Schutz vor Korrosion und Mikrobefall. Für Korrosion ist Luft nötig und für Mikrobefall eine lange Laufzeit sowie vorverschmutzungen der Bauteile. Es gibt User, die nutzen nur destilliertes Wasser. Einige benutzen auch Desti-Wasser + Beisätze die oft 1:2 oder 3 gemixed werden. Für jeden der nicht rumexperimentieren möchte, der sollte DP Ultra nehmen. Am besten 2 Liter, auch wenn nicht alles benötigt wird. Je nach dem, welche Kühler ihr benutzt, können sich die Partikel in buntem Kühlmittel ablagern. Bei EK-Kühler ist der Dichtungsring oft nur außen. Bei Bitspower ist er zum Beispiel oft direkt am Wasserweg. In den Zwischenräumen kann sich das Kühlmittel ablagern. Ebenso bei feinen Finnen diverser Kühler wie XPX von Alphacool, anders bei einem Kühler, welcher größere Zwischenräume hat.

  • Bauteile wie den Radiator vor dem Einbau durchspülen. Damit in eurem Kreislauf keine Reste von der Verarbeitung oder Fette vom Löten rumschwimmen, könnt ihr den Radiator mit 40-45° warmen Wasser durchspülen. Dazu einen Fettreiniger benutzen, den ihr dann gründlich wieder ausspült. Das dauert und kann viel Zeit in Anspruch nehmen. Mittlerweile hat sich die Qualität der Radiatoren-Prouktion aber verbessert und es ist seltener notwendig. Es gibt aber auch User die darauf schwören, immer alles durch zu spülen. Besorgt euch am besten 2-3 Kanister mit 5L Desti-Wasser.

  • Die richtige Pumpenauswahl. Je größer der Loop, desto leistungsfähiger muss die Pumpe sein. Dies gilt bei den D5 Modellen eher seltener. Ein sicheres System ist es ein Dualtop für zwei Pumpen zu benutzen. Eine Pumpe fällt sehr selten aus. Risikoprodukte wie die VPP755, welche auf Stufe 1 zu wenig Kraft hat um ordentlich anzulaufen, fallen sehr schnell auf. Ist aber auch eines der wenigen Produkte mit leicht fehlerhafter Produktion, mittlerweile gibt es die Rev. 3 welche das Problem nicht mehr hat, aber besser immer auf Stufe 2 benutzen. Die Wahl der Pumpe beihaltet auch, wo sie steht. Eine D5 wird mit dem Wasser gekühlt, eine DDC Pumpe wird durch den Luftzug im Gehäuse gekühlt. Damit ist klar, dass eine DDC Pumpe nicht hinter zig Bauteilen versteckt werden sollte. Auch bei größeren Loops benötigt die DDC mehr Power und wird damit wärmer.

  • Genügend Fittings (2 pro Bauteil) und Winkel. Pro Bauteil solltet ihr immer 2 Fittings einplanen und am Ende der Zusammenstellung vielleicht einen oder zwei mehr einplanen. Es kann auch einer einfach mal schlecht sein. Dann müsst ihr diese nur noch reklamieren. Produktionsfehler kommen in allen Bereichen und in jeder Firma vor. Winkel werden oft benötigt, um dem Loop einen kurzen und schönen Weg zu geben. Dabei gibt es viele Sorten von Winkeln mit bis zu drei Biegeradien welche miteinander verbunden sind. Achtet auf die Art der Winkel, rotierbar, oder fest.

  • Ausgleichsbehälter clever wählen. An der Pumpe vormontiert oder alleine? Die Frage stellt sich meistens für kleine Gehäuse nicht. Den der Weg von einem AGB zur Pumpe benötigt mindestens 30 mm. Rechnen wir die Pumpe und den AGB mit der Höhe dazu, so ist meistens zu wenig Platz um es übereinander getrennt zu installieren.

  • Der richtige Radiator. Neben der Größe des Radiators und der FPI gibt es auch diverse Bauarten wie das Multiport und das X-Flow Design. Einige Radiatoren besitzen hinten einen Luftauslass, um die Restluft entweichen zu lassen.

  • Welchen Durchmesser soll der Loop haben. Ob nun 10, 12, 13, 14, oder 16mm, viele Maße wurden mittlerweile veröffentlicht und einige haben sich als die Main-Größen hervorgehoben. Für den Anfang kann ein 16mm Rohr mit Acryl nicht schaden.

  • Der Start - Planung des Loops auf Papier. Nehmt euch ein Blatt, malt euren Loop auf. Beachtet, dass ein X-Flow Radiator eure Schlauchwege reduzieren kann. Nehmt einen 280er Radiator anstatt eines 240er, da der 280er kaum weniger Kühlleistung als ein 360er hat, dabei aber leiser läuft. Nach dem Motto: Luft steigt nach oben und Wasser drückt nach unten, muss die Pumpe am südlichsten Punkt sein. Zumindest sehr weit südlich und die Ausgleichsbehälter darüber. Die Radiatoren-Plätze sind ja vom Gehäuse vorgegeben. Nach dem die Zeichnung euren Wünschen entspricht, plant ihr die Winkel- und die Fitting-Menge.

 Written by: Seelenwolf

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